Wanderungssaldo negativ

Mehr Abwanderer als Zuwanderer

[Bildunterschrift: Seit 200 wandern mehr Menschen ab als zu. ]
Die Forderung von CSU-Chef Horst Seehofer nach einem Stopp der Zuwanderung aus der Türkei und aus arabischen Staaten lässt sich mit der Ausländerstatistik nur schwer begründen. Denn seit 2008 wandern mehr Menschen aus Deutschland aus als einwandern.

Besonders ausgeprägt ist dieses Phänomen im Verhältnis mit der Türkei, von wo die meisten in Deutschland lebendenden Ausländer stammen. Im vergangenen Jahr zogen nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes 721.000 Menschen nach Deutschland, 734.000 Menschen zogen aus Deutschland weg.

Über die Motive für die Zu- und Abwanderung gibt es keine Erhebungen - wohl aber, woher die Zuwanderer kommen - nämlich vorwiegend aus der EU und den USA: Mit 123.000 Zuzügen war Polen mit Abstand das stärkste Herkunftsland, es folgten Rumänien (56.000), die USA (30.000), die Türkei (30.000) und Bulgarien (29.000).

Zitat:

"Es ist doch klar, dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun. Daraus ziehe ich auf jeden Fall den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen."
Quelle: CSU-Chef Seehofer im "Focus",

Mehr Abwanderung in die Türkei als Zuwanderung

Zu den wichtigsten Zielen der Auswanderer zählen ebenfalls Polen, Rumänien und die Türkei. Bei der Türkei, aus der ein Viertel der in Deutschland mit einem ausländischen Pass lebenden Menschen stammt, gab es 2006 einen Trendwechsel. Bis dahin zogen stets deutlich mehr Menschen aus der Türkei nach Deutschland, in den Jahren 2001 und 2002 etwa lag das Plus bei etwa 20.000 Menschen. Doch 2006 zogen erstmals mehr Menschen in die Türkei als aus der Türkei nach Deutschland kamen. Das damalige Saldo von 189 Menschen erhöhte sich 2007 auf 3246 und lag in den Jahren 2008 und 2009 bei jeweils knapp über 10.000.

Aus dem arabischen Raum gibt es ebenfalls keine hohen Zuwanderungszahlen. So wanderten zwar 2009 aus ganz Asien 20.067 Menschen mehr nach Deutschland ein als auswanderten. Mit gut 11.500 geht aber deutlich mehr als die Hälfte dieses Plus auf den Irak und auf Afghanistan zurück, von wo Deutschland Flüchtlinge wegen der dortigen instabilen innenpolitischen Lage aufgenommen hat - es handelt sich nicht um eine Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt.