Prof. Dr. Hans Georg Majer, Universität München

„Der legendäre ‚Türkenlouis’ –

ein badischer Markgraf im Mächtespiel zwischen West und Ost“

Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (1655-1707), Herr der kleinen Markgrafschaft Baden-Baden, setzte die ganze Hoffnung eines barocken Fürsten zugleich auf den Kaiser in Wien und den Sultan in Istanbul. Dem Kaiser diente er, um Ruhm und Standeserhöhung zu erreichen. Den Sultan, der 1683 Wien angriff, wollte er daher als kaiserlicher General bekämpfen und besiegen. Seine militärischen Erfolge verschafften ihm den populären Beinamen „Türkenlouis“. Aber wie nahmen die Osmanen diesen feindlichen Feldherrn wahr? Und wie sah er, der nach dem Ende des Türkenkrieges gern der „Türkenmode“ huldigte und seine wertvolle, heute im Badischen Landesmuseum präsentierte „Türkenbeute“ bewahrte, seine früheren Gegner auf dem Schlachtfeld? Da gab es etwas mehr als schwarz-weiße Freund-Feind-Bilder. Biographische, familiär-dynastische, politische, militärische, vor allem aber interkulturelle Aspekte einer barocken Fürstenkarriere um den Drehpunkt Wien mit den Polen Paris und Istanbul stehen im Mittelpunkt dieses bebilderten Vortrags.

Professor Dr. Hans Georg Majer lehrte von 1981 bis 2002 und im Sommersemester 2008 Geschichte und Kultur des Nahen Orients sowie Turkologie an der Universität München. Sein Arbeitsgebiet umfasst u. a. Geschichte und Kultur des Osmanischen Reiches mit den Schwerpunkten 17. Jahrhundert, Diplomatik, Geschichtsschreibung, Miniaturmalerei. Prof. Majer ist auch nach seiner Pensionierung weiterhin als akademischer Lehrer und Wissenschaftler tätig.

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